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Die Erinnerungswerkstatt Norderstedt sammelt und veröffentlicht selbst erlebte Zeitzeugenberichte zur deutschen Geschichte und macht persönliche Erinnerungen für nachfolgende Generationen zugänglich. Im Mittelpunkt stehen Erzählungen aus der Zeit vor, während und nach den beiden Weltkriegen…
Die Erinnerungswerkstatt Norderstedt sammelt und veröffentlicht selbst erlebte Zeitzeugenberichte zur deutschen Geschichte und macht persönliche Erinnerungen für nachfolgende Generationen zugänglich.
Im Mittelpunkt stehen Erzählungen aus der Zeit vor, während und nach den beiden Weltkriegen sowie aus weiteren Epochen von 1850 bis in die Gegenwart. Die Beiträge sind zeitlich und thematisch geordnet und reichen von Kaiserreich, Erstem Weltkrieg und NS Diktatur über Zweiten Weltkrieg, Shoa und Seekrieg bis zu Nachkriegszeit, Währungsreform, DDR und modernen Themen. Damit entsteht ein umfangreiches Online Lesebuch, in dem Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus eigener Perspektive schildern, wie Alltag, Kindheit, Jugend, Flucht, Hunger, Angst, Hoffnung und Neubeginn erlebt wurden. Die Erinnerungswerkstatt betont dabei den Charakter als Zeitzeugenprojekt und lässt Schlussfolgerungen und Wertungen bewusst bei den Lesenden.
Ergänzend zu den Berichten bietet das Projekt Formate, die beim Einordnen und Stöbern helfen. Dazu gehören Annalen und Chroniken des Zeitgeschehens sowie Zeittafeln, unter anderem zur Machtergreifung 1933, die historische Entwicklungen verdichtet darstellen. Ein Blog mit Gedanken zur Zeit greift aktuelle und gesellschaftliche Fragen auf und verbindet sie mit dem Blick auf historische Erfahrungen. Wer gezielt sucht, nutzt Übersichten nach Themen und Zeiträumen oder lässt sich über eine Zufallsauswahl zu einzelnen Texten führen; eine Rubrik mit empfohlenen Artikeln hebt besonders relevante Beiträge hervor. Neue Veröffentlichungen lassen sich zudem per RSS Feed verfolgen.
Ein eigener Schwerpunkt ist das Lexikon alter Wörter und Begriffe mit mehreren tausend Stichwörtern, Abbildungen und weiterführenden Artikeln. Es dokumentiert Sprache und Alltagskultur früherer Generationen und ergänzt die Zeitzeugenberichte um Begriffe, die heute oft nicht mehr gebräuchlich sind. Zusätzlich gibt es ein maritimes Lexikon sowie thematische Vokabelsammlungen, die den historischen Kontext einzelner Erlebnisse vertiefen können.
Die Erinnerungswerkstatt besteht seit 2004 als freie und offene Gruppe von Autorinnen und Autoren, die ihre Erinnerungen aufschreiben, diskutieren und veröffentlichen. Angesprochen sind Menschen, die sich für gelebte Geschichte interessieren, etwa für Familien und Bildungskontexte, in denen Erfahrungen von Eltern und Grosseltern nachvollziehbar werden sollen, sowie für alle, die Alltagsgeschichte aus erster Hand lesen möchten. Neben der laufenden Sammlung erscheinen ausgewählte Zeitzeugenberichte auch in Buchform, beispielsweise zu Kriegsjahren, Nachkriegszeit und Kindheit und Jugend. Weitere Informationen zum Projekt stehen unter https://ewnor.de bereit.