Sebastian Wells – Kunst, Kultur & Events

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Sebastian Wells arbeitet als Fotograf in Berlin und entwickelt dokumentarische Projekte, Reportagen und Ausstellungsarbeiten mit gesellschaftlichem und politischem Fokus. Seine Arbeit bewegt sich zwischen langfristiger visueller Recherche und journalistischer Auftragsfotografie. Als Mitglied der…

Sebastian Wells arbeitet als Fotograf in Berlin und entwickelt dokumentarische Projekte, Reportagen und Ausstellungsarbeiten mit gesellschaftlichem und politischem Fokus.

Seine Arbeit bewegt sich zwischen langfristiger visueller Recherche und journalistischer Auftragsfotografie. Als Mitglied der OSTKREUZ Fotografenagentur sind seine Projekte international ausgerichtet und verbinden Beobachtung, Portrat und erzahlerische Serien. Inhaltlich setzt er sich unter anderem mit Sport und Inszenierung auseinander, etwa in seiner fortlaufenden Auseinandersetzung mit den Olympischen Spielen, bei der er abseits von Siegerbildern und Skandalen nach Randmomenten, Bruchen und dem Blick hinter die Kulissen sucht. Daneben entstehen Arbeiten, die sich mit Identitat, Erinnerung und Konstruktionen von Herkunft befassen, wie eine Serie zur Familiengeschichte und zur Rolle genealogischer Erzahlungen im heutigen Identitatsdiskurs.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf politischer Gegenwart und ihren Bildwelten. Wells arbeitet zu Nationalismus und rechten Identitatskonstruktionen in Flandern, untersucht Symbole, Uniformen und kollektive Vorstellungen von Gemeinschaft und setzt diese in fotografische Sequenzen und Buchprojekte um. Ebenso dokumentiert er Erfahrungen junger Menschen mit Bezug zu den besetzten Gebieten in der Ukraine und entwickelt Portratserien in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Vsevolod Kazarin, die sich mit Selbstinszenierung, Mode und Ausdrucksformen einer jungen kreativen Szene in Kyjiw befassen. In anderen Projekten richtet er den Blick auf Infrastruktur und Raum als Spiegel gesellschaftlicher Prozesse, etwa auf temporare Impfzentren in Deutschland und deren wiederholbare, funktionale Architektur, oder auf den ersten Lockdown in Berlin als fotografische Beobachtung offentlichen Lebens in einem Ausnahmezustand.

Auch Themen wie Umwelt, Industrie und regionale Umbruche spielen eine Rolle, beispielsweise in einer Langzeitserie uber die petrochemisch gepragte Kustenregion bei Augusta in Sizilien, in der verschmutzte Lebensraume, Misstrauen gegenuber Autoritat und die Spuren von Turbo Kapitalismus sichtbar werden. Weitere Arbeiten befassen sich mit Protestbewegungen in Hongkong, mit Flucht und Alltag in Gefluchtetencamps in mehreren Landern sowie mit gesellschaftlichen Folgen politischer Entscheidungen wie dem Brexit, der in einer mehrjahrigen Reportage in England begleitet wurde. Er realisierte zudem eine Auftragsarbeit zum deutschen Olympia und Paralympics Trainingszentrum in Kienbaum in Zusammenarbeit mit arte.tv und dem Regisseur Paul Ouazan.

Neben freien Serien publiziert Wells in redaktionellen Kontexten und arbeitet fur Zeitungen und Magazine wie taz, 11Freunde und Der Spiegel. Er ist Mitgrunder des ukrainisch deutschen Kunstmagazins soлomiya, das 2022 als Reaktion auf den russischen Krieg gegen die Ukraine entstand und junge Kultur und Kunst aus der Ukraine in ukrainischen und europaischen Stadten sichtbar macht. Seine Arbeiten werden in Ausstellungen gezeigt, und er wird von der Berliner Galerie Springer vertreten. Weitere Informationen und Projektubersicht: https://www.sportfoto-wells.de