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Hartmut Wiehle aus Siegertsbrunn bei München veröffentlicht gesellschaftspolitische Texte und eine persönliche Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Nationalismus und Faschismus in Deutschland sowie die Frage, wie gesellschaftliche Spaltungen…

Hartmut Wiehle aus Siegertsbrunn bei München veröffentlicht gesellschaftspolitische Texte und eine persönliche Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte.

Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Nationalismus und Faschismus in Deutschland sowie die Frage, wie gesellschaftliche Spaltungen entstehen und stabil bleiben. Hartmut Wiehle grenzt sich dabei ausdrücklich von der AfD und den politischen Bestrebungen seines Bruders Wolfgang Wiehle ab und erläutert, warum es durch die Namensgleichheit zu Missverständnissen kommen kann. Gleichzeitig verfolgt er das Ziel, politische und gesellschaftliche Entwicklungen besser zu verstehen und einzuordnen, um einen reflektierteren Umgang damit zu ermöglichen.

Für die Einordnung politischer Strömungen nutzt er ein Modell politischer Kulturen nach Prof. Graves, das er aus der Organisationsentwicklung kennt. Darauf aufbauend beschreibt er gesellschaftliche Gruppen und Teilkulturen und verbindet diese Perspektive mit konkreten Beobachtungen zu Rhetorik, Machtmechanismen und der Dynamik von Täter Opfer Umkehr. In diesem Kontext thematisiert er, wie sich Täter als Opfer inszenieren können, wie Spaltung funktioniert und warum einfache Erklärungen und Sundenbock Logiken attraktiv wirken können.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die transgenerationale Weitergabe von Gewalt und Traumatisierung. Hartmut Wiehle greift neuere Forschung zur Traumaweitergabe auf und macht sie anhand der eigenen Familiengeschichte nachvollziehbar. Dazu stellt er wichtige Lebensstationen und Hintergründe aus drei Generationen dar, unter anderem entlang einzelner Familienporträts wie Urgrossvater Gustav Wiehle, Grossvater Johannes Wiehle und Vater Hans Rüdiger Wiehle. Die biografische Recherche wird als Weg beschrieben, um familiere Prägungen zu verstehen, Verstrickungen zu lösen und die eigene Biografie bewusster einzuordnen.

Das Angebot richtet sich an Menschen, die sich mit den Ursachen von Nationalismus, gesellschaftlicher Polarisierung und historisch gewachsenen Prägungen beschäftigen wollen, ebenso wie an Leserinnen und Leser, die an Familienforschung als Zugang zu Zeitgeschichte interessiert sind. Inhaltlich verbindet es politische Analyse, kulturpsychologische Deutung und autobiografische Quellenarbeit, ergänzt durch Literaturhinweise und Bildnachweise. Weitere Informationen und Texte sind unter https://www.wiehle.de gebündelt verfügbar. Dabei steht weniger tagespolitischer Kommentar im Vordergrund als ein längerfristiger Versuch, biografische und gesellschaftliche Muster sichtbar zu machen und in einen grösseren historischen Zusammenhang zu stellen.